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1912 – Der Brückenzoll der Weserbrücke wird abgeschafft

Heute ist es nicht mehr vorstellbar, doch in den Anfangsjahren der 1894 in Carlshafen errichteten Weserbrücke musste jeder Benutzer ein sogenanntes Brückengeld bezahlen. 1912, also vor 105 Jahren wurde das Brückengeld abgeschafft.

Von der Seilfähre zur Weserbrücke

Als 1878 die zweite Eisenbahnlinie des Ortes Carlshafen mit Northeim und Ottbergen verband, war es noch nicht so einfach möglich, den Bahnhof auf dem rechten Weserufer zu erreichen. Es gab in den ersten Jahren lediglich eine Seilfähre über den Fluss, die bei Hoch- und Niedrigwasser sowie bei Eisgang oft ausfiel. Die erste Brücke über die Weser wurde am 36. Geburtstag der deutschen Kaiserin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, am 22. Oktober 1894 eingeweiht.

Es ging um Pfennige

Die ersten achtzehn Jahre war die Benutzung der Weserbrücke jedoch nicht kostenlos, sondern jeder Benutzer der Weserquerung hatte ein Brückengeld zu bezahlen. Für Fußgänger betrug die Gebühr zwei Pfennige, Personen zur Arbeit hatten fünfzig Pfennig monatlich zu bezahlen. Natürlich wurde auch für Fuhrwerke ein Brückengeld erhoben: Ein- bis Vierspänner hatten zwischen fünfzehn und fünfunddreißig Pfennige zu bezahlen.

Ab 1912 war der Übergang über die Weser gratis, der Brückengeldeinnehmer konnte sich zur Ruhe setzen.

Bald Brücke Nummer 3

Diese erste Weserbrücke wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zerstört, die jetzt noch im Betrieb befindliche Brücke 1951 eingeweiht. Derzeit wird an der dritten Weserbrücke gearbeitet, die Anfang 2019 ihren Betrieb aufnehmen soll.

Quellen und zum Weiterlesen

Milte, Kurt: Karlshafen / Wesertal – Portrait einer Barockstadt und ihrer Landschaft, kein Jahr (vermutlich um 1960), Verlag Schneider & Weber, Kassel.

Bohn, Robert (2000): 1699-1999 Karlshafen – Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Hessischen Planstadt aus der Barockzeit, Reihe ‚Beiträge zur Geschichte der Stadt Karlshafen und des Weser-Diemel-Gebiets‘, Band 11, Verlag des Antiquariats Bernhard Schäfer, Bad Karlshafen.

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