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Wanderung „Vergessene Orte entdecken: Himmelsleiter und Charlottenstein“

In mehreren Blogbeiträgen hat „Treffpunkt Hafenmauer“ die „Vergessenen Orte“ Charlottenstein, Himmelsleiter und Eisenbahner-Erholungsheim beschrieben, nun gilt es sie zu entdecken beziehungsweise wiederzuentdecken. Manche kennen diese Orte vielleicht noch aus ihrer Kindheit und waren schon seit Jahrzehnten nicht mehr dort. Dieser Wandervorschlag gibt Ihnen die Möglichkeit einer Reise in eine andere Zeit oder vielleicht auch nur zurück in Ihre Kindheit – in der Sie als Grundschüler sicherlich auch die Stufen der Himmelsleiter zählen mussten?

Allen Interessenten bietet „Treffpunkt Hafenmauer“ am Sonntag, 13. Januar 2019, um 14 Uhr eine circa anderthalbstündige Wanderung durch den stadtnahen Reinhardswald an. Die Wanderung beginnt am „Treffpunkt Hafenmauer“ vor dem Rathaus in Bad Karlshafen. Außerdem ist so eine gemeinsame Wanderung eine hervorragende  Gelegenheit, darüber nach zu sinnen, was man unternehmen kann, um die Situation vor Ort zu verbessern.

Dieser Blogbeitrag liefert eine Kurzbeschreibung der drei Stationen, eine Wegbeschreibung sowie nützliche Informationen (Detailbeschreibung, Faltplan) zu dieser Wanderung.

 

Station 1: Die Himmelsleiter

Die nicht mehr leicht zugängliche und ebenfalls nicht leicht begehbare Treppe umfasst heute 138 Stufen. Auf dem Hinweisschild am unteren Ende der Treppe wird der von überwundene Höhenunterschied mit fünfundzwanzig Metern angegeben. Dass das nicht immer so war, lässt sich bereits durch einen Blick auf den aktuellen Stadtplan erkennen, nach dem die Himmelsleiter bis fast hinunter zur B 80 führt. Sie endet am Ehlweg, der Verbindung unter anderem des Charlottensteins mit der B 80. Die Himmelsleiter war in früheren Zeiten der Fußweg neben der Bremsbahn, auf der der Wesersandstein vom Steinbruch oberhalb der Himmelsleiter hinunter zur Weser transportiert wurde. Von dort aus wurde unser einstmals ‚wichtigstes Exportgut‘ überall in die Welt abtransportiert; unter anderem heißt es, der Sockel der Freiheitsstatue in New York sei aus Sandstein aus dem Weserbergland.

 

Station 2: Der Charlottenstein

Bild: Bad-Karlshafen-Forum

Die Geschichte des Charlottensteins beginnt im Jahr 1925, als Studienrat Alfred von der Stein beginnt, zu Ehren und aus Liebe zu seiner Frau Charlotte im Reinhardswald zwischen Abendfrieden und Himmelsleiter einen kleinen Aussichtspunkt zu errichten.

Viele dieser Informationen können wir der Gedenktafel entnehmen, die sich auf der Westseite des Gemäuers befindet:

Erbaut von Studienrat Alfred von der Stein, Studienrat am Helmholtz-Gymnasium, Essen.
GEB. 15.8.1892 – GEF. 31.8.1944
Während der Schulferien von 1925-1940
Benannt nach seiner Frau Charlotte.

Leider hat der Sturm „Frederike“ den Charlottenstein am 18. Januar 2018 stark zerstört. Es handelt sich jedoch um ein eingetragenes Kulturdenkmal, dass nicht so einfach aufgegeben werden darf.

 

Station 3: Das Eisenbahner-Erholungsheim

Die Ansiedlung eines Erholungsheimes für Mitarbeiter der Eisenbahn war 1908 ein attraktives Projekt für die hessischen Städten und Gemeinden. Daher haben sich damals nicht weniger als 56 Städte und Städtchen Hessens und der Nachbarprovinzen dafür beworben. Dass das rund ein Hektar große Areal hoch über Karlshafen den Zuschlag bekommen hat, lag

  • an seiner unmittelbarer Nähe zum Solbadestädtchen,
  • an seiner Höhenlage,
  • der parkähnlichen Grundstücke in seiner unmittelbaren Nähe,
  • den windschutzbietenden Waldanlagen sowie
  • daran, „dass die Stadt und ihre weitere Umgebung ganz die Eigenschaft besaßen, die der Freund eines ruhigen Urlaubs von einer ersprießlichen Sommerfrische verlangt.“

Mit dem Erdaushub für die Grundmauern wurde am 1. März 1909 begonnen, die Einweihung des Hauses und gleichzeitig der Einzug der ersten Gäste fand am 11. Juni 1910 statt.

Das Eisenbahnerheim diente dreimal als Massenunterkunft:

  • Als Lazarett im Ersten Weltkrieg,
  • als deutsche Eisenbahner 1923 im Moselgebiet während der französischen Ruhrbesetzung gestreikt hatten und aus Sicherheitsgründen evakuiert werden mussten sowie
  • im Zweiten Weltkrieg, als das Eisenbahnerheim zunächst evakuierte Saarländer, dann Bombengeschädigte und letztlich erneut Verwundete aufnahm.

Ich kenne das Heim aus meiner Kindheit in der 70er Jahren nur noch als Erholungsheim für die Eisenbahnerfrauen.

Ende der 80er Jahre war das Eisenbahnerheim erneut Massenunterkunft, diesmal für Asylbewerber. Anschließend wurde das Gebäude vom heutigen Besitzer aufgegeben. Alle weiteren Pläne, das Gebäude einer Nutzung zuzuführen, scheiterten.

 

Wegbeschreibung

Die Wanderung startet am „Treffpunkt Hafenmauer“ vor dem Rathaus. Über die Teufelsbrücke und an der Evangelischen Kirche vorbei geht es vor dem Kindergarten rechts den C.-D.-Stunz-Weg hinauf. Man folgt dem Weg, bis er in den Wald führt. Nach einigen Metern auf dem Ehlweg geht es rechts einen schmalen Weg hinauf. Nach einigen hundert Metern erreicht man die Himmelsleiter. Am oberen Ende der Treppe geht es nach rechts, nach ca. einem Kilometer erscheint eine Weggabelung. Ein Weg schräg links hinauf führt zum Charlottenstein. Wir gehen den Weg wieder zurück und nach links auf den Hauptweg. Diesen einige Meter rechts entlang, zweigt nach links ein kleiner Pfag zum „Abendfrieden“ ab. Dem Weg weiter folgend, erscheint nach einigen hundert Metern links des Weges das baufällige Eisenbahnerheim. Weiter geht es auf das ehemalige Forstamt zu, an der Wendescheife geht es rechts den Triftweg hinunter. Über Lutherstraße und Conradistraße führt der Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Hinweis: Das Begehen des Weges erfolgt auf eigenene Gefahr. Aufgrund des zum Teil schwierigen Weges wird festes Schuhwerk empfohlen.

 

Informationen zur Wanderung

Hatte man nicht die Gelegenheit, der geführten Wanderung am 13. Januar zu folgen oder möchte gerne den Weg noch einmal auf eigene Faust laufen, so bieten die hier bereitgestellten Unterlagen des Bürgervereins Karlshafen-Helmarshausen e. V. die Möglichkeit, eine detaillierte Wegbeschreibung sowie einen kleinen Faltplan als pdf-Dateien herunterzuladen:

Wanderung Vergessene Orte – Beschreibung

Wanderung Vergessene Orte – Faltplan

 

Engagement

Sollten Sie Interesse haben, die Initiative zur Rettung von Charlottenstein und Himmelsleiter zu unterstützen, würde ich mich über eine persönliche Nachricht an info@treffpunkt-hafenmauer.de freuen.

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