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Kategorie: Infothek

Buchbesprechung: „Die Römer im Chattenland“ von Udo Schlitzberger und Klaus Fröhlich

„Chatti – Hassi/Hessi – Hessen“ – kaum jemand wird wissen, dass die gemanischen Chatten einstmals zu den größten und kampfstärksten Verbänden gegen die Römer gehörten und mit ihrem fortgesetzen Widerstand die Besetzung ihres Territoriums verhinderten. Ihr Siedlungsgebiet lag zwischen dem Main im Süden, der Lahn im Westen, der Werra im Osten sowie der Diemel im Norden. Über die zu Beginn genannten Lautverschiebungen gaben sie letztlich unserem Bundesland seinen Namen.

Das Buch „Die Römer im Chattenland“ von Udo Schlitzberger und Klaus Fröhlich arbeitet diese Spuren der römischen Präsenz in Nordhessen auf und ist damit ein wichtiger Beitrag zum Verständnis unserer Geschichte. Es basiert übrigens auf dem Volkshochschulkurs „Antike Reisewege in den hessischen Mittelgebirgen“.

Für die Bewohner von Bad Karlshafen und Helmarshausen besonders interessant: Die Exkurse über die Sieburg und die städtebauliche Geschichte von Helmarshausen.

 

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Schöne Aussichten: Der Weser-Skywalk

Den zweitschönsten Blick auf Bad Karlshafen hatte ich ihn an anderer Stelle mal genannt und es bleibt dabei. Dennoch bietet der Weser-Skywalk einen herausragenden Blick ins Wesertal und vor allem auf die einmalige ‚Barockstadt im märchenhaften Weserbergland‘. Beeindruckende achtzig Meter über dem Niveau der Weser gelegen, zeigt er alle Vorzüge eines grenzübergreifenden Aussichtspunktes: Der tolle Blick auf das hessische Bad Karlshafen, gelegen auf der (niedersächsisch benannten, östlichsten) Hannoverischen Klippe im Ortsteil Würgassen der nordrhein-westfälischen Gemeinde Beverungen.

Der Beitrag beschreibt das beindruckende Bauwerk sowie den Weg bis zu seiner Fertigstellung – er berichtet aber auch über den Streit, den es im Vorfeld um die Errichtung des Weser-Skywalks gegeben hat. Und natürlich erklärt er auch, wie man den Aussichtspunkt erreicht.

Für Bad Karlshafen, so wird sich zeigen, ist der Weser-Skywalk in jeder Hinsicht ein Geschenk.


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Die Chronik von Carls Canal – Große Idee oder Größenwahn?

1713, also vor genau 305 Jahren begann ein Projekt, das noch heute die Geschicke von Bad Karlshafen bestimmt: In diesem Jahr wurde begonnen, auf dem früher als „Markt“ bezeichneten Areal ein Hafenbecken als Beginn eines Kanalprojekts anzulegen, dass die beiden mächtigen Ströme Weser und Rhein miteinander verbinden sollte. Carl, Landgraf zu Hessen-Cassel, ein Visionär seiner Zeit, wollte zunächst die Schiffsverbindung vom damaligen Sieburg nach Cassel schaffen, um das zwischen beiden Ortschaften liegende hannoverische Münden zu umgehen.

Aus dem ambitionierten Plan, Weser und Rhein miteinander zu verbinden, ist ein circa 25 Kilometer langer Kanal entstanden, der selbst nur wenige Jahre genutzt wurde. 17 Jahre „lebte“ das Projekt und noch immer sind Zeugnisse von „Carls Canal“ zu finden.

Diese Chronik basiert auf einer Vortragsführung im Zusammenhang mit der Pflanzenbörse des Bürgervereins Karlshafen-Helmarshausen e. V. am 24. März 2018. Ein gescheitertes, dennoch jedoch spannendes Stück Technikgeschichte direkt vor unserer Haustür, dass es sich zu erkunden lohnt.

 

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Buchrezension: ‚Karlshafen 1699-1999‘ von Robert Bohn

Jede Stadt hat ein eigenes Geschichtsbuch verdient, Professor Robert Bohn, langjähriges Vorstandsmitglied des Heimatvereins Bad Karlshafen, hat mit ‚Karlshafen 1699-1999 – Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Hessischen Planstadt aus der Barockzeit‘ seiner Geburtsstadt ein würdiges Geschichtsbuch geschenkt. In diesem Buch kann man unendlich lange und oft lesen, blättern und stöbern – man lernt stets etwas über die spannende Stadtgeschichte Sieburgs / Carlshafens / Karlshafens / Bad Karlshafens hinzu.

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Die kleine Handbibliothek von „Treffpunkt Hafenmauer“

„Früher war alles besser“ – so heißt es gerne im Volksmund. Ob das nun so zutrifft, mag jeder selbst entscheiden. Aber die Gedanken an früher erzeugen seltsam-nostalgische Gefühle – in jedem von uns. Es ist jedoch leider so, dass man die Vergangenheit seiner Heimat heute suchen muss – es ist ein Kampf gegen die Zeit, da an jedem Tag weitere Erinnerungen für immer verschwinden: Geschichte, aber auch Geschichten, geraten in erst in Vergessenheit, um später ganz zu verschwinden. Eine selbstgestellte Aufgabe des Bad-Karlshafen-Blogs „Treffpunkt Hafenmauer“ ist es, die Heimatgesschichte von Bad Karlshafen und Helmarshausen zu erforschen, zu konservieren und zu erzählen.

Dazu braucht es ein gewissen Quantum an Neugier, ein gutes Netzwerk, aber auch eine ganz ordentliche Anzahl an Büchern und Informationsmaterialien. Grundstock sind in diesem Fall die „Beiträge zur Geschichte der Stadt Karlshafens und des Weser-Diemel-Gebiets“, aber auch viele „alte Schätzchen“, die mir so manches Geheimnis offenbart haben: alte Wanderführer – oder das Buch „Karlshafen – Wesertal“, von dem ich noch nicht einmal den Verfasser kenne.

Wer also wissen möchte, woher viele meiner Informationen für „Treffpunkt Hafenmauer“ stammen, der wird sicher unter http://treffpunkt-hafenmauer.de/die-kleine-handbibliothek-von-treffpunkt-hafenmauer/ fündig werden. Die Handbibliothek wird ständig erweitert, daher auch meine Bitte an alle Leser dieser Zeilen: Sollte sich in Ihrem Besitz ein Buch oder eine alte Wanderkarte befinden, mit der Sie nichts mehr anfangen können, so denken Sie bitte an mich und an meine Initiative gegen das Vergessen – für die Bewahrung der Heimatgeschichte Bad Karlshafens und Helmarshausens.

Ich freue mich über jede E-Mail an info@trefffpunkt-hafenmauer.de. Dankeschön.

 

1878 – Die Eisenbahn kommt nach Karlshafen (2): Ottbergen – Northeim („Sollingbahn“)

2018 ist das Erinnerungsjahr an den Beginn der Eisenbahn in beiden Ortsteilen: 1848 (vor 170 Jahren) nahm die Friedrich-Wilhelm-Nordbahn / Carlsbahn zwischen Carlshafen und Grebenstein auf der linken Weserseite ihren Betrieb auf. 1878 (vor 140 Jahren) folgte die Bahnstrecke zwischen Ottbergen und Northeim auf der rechten Weserseite. Heute ist die „Sollingbahn“ die alleinige Eisenbahnverbindung des Ortes. Immerhin kann man mit ihrer Hilfe aktuell in dreieinhalb Stunden nach Berlin, in sieben Stunden nach Paris, in acht Stunden nach Wien, in zehn Stunden nach London sowie in vierzehn Stunden nach Rom gelangen.

Die feierliche Eröffnung der Strecke Ottbergen – Northeim erfolgte am 15. Januar 1878. Ziel war es, Westfalen an die sächsischen und schlesischen Industriegebiete anzuschließen. Der Versuch, die Bahnlinien links und rechts der Weser miteinander zu verbinden, wurde übrigens auch in Erwägung gezogen.

Früher war es möglich, von Mönchengladbach nach Göttingen zu reisen – mit Halt in Karlshafen. Wollen wir also hoffen, dass uns die bestehende Verbindung zwischen Paderborn und Göttingen noch lange erhalten bleibt. 

 

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Neues von den Eco Pfaden

Läuft man durch den Wald oder durch Helmarshausen, so stößt man schnell auf sie, die Schilder mit dem roten Kopfbereich: Sie weisen hin auf einen der drei Eco-Pfade, die man in Bad Karlshafen und Helmarshausen erkunden kann: Es gibt für das Umfeld Bad Karlshafen/Helmarshausen den Eco-Pfad Archäologie Sieburg, den Eco-Pfad Archäologie Helmarshausen und den Eco-Pfad Diemel. Alle drei sind vorbildlich beschildert und auch mit gutem Informationsmaterial versehen.

Nun gibt es etwas Neues: Die 36 Eco Pfade im Landkreis Kassel sind nicht nur durch einen Flyer beschrieben oder im Internet aufgelistet. Neben dem 2015 erschienenen, doch nicht so bekannten Buch „Die Eco Pfade – Wanderungen im Landkreis Kassel“ gibt es seit neustem auch eine Eco-Pfade-App für das Smartphone.

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Die Eisenbahn kommt nach Karlshafen (1): 1848 – Friedrich-Wilhelm-Nordbahn / Carlsbahn

2018 ist das Erinnerungsjahr an den Beginn der Eisenbahn in beiden Ortsteilen: 1848 (vor 170 Jahren) nahm die Friedrich-Wilhelm-Nordbahn / Carlsbahn zwischen Carlshafen und Grebenstein auf der linken Weserseite ihren Betrieb auf. 1878 (vor 140 Jahren) folgte die Bahnstrecke zwischen Ottbergen und Northeim auf der rechten Weserseite.

Die feierliche Eröffnung der Friedrich-Wilhelm-Nordbahn / Carlsbahn erfolgte am 3. April 1848. Die ersten beiden Lokomotiven auf der Strecke Carlshafen – Grebenstein hießen übrigens „Hirsch“ und „Sababurg“. Das Teilstück Grebenstein – Cassel folgte im August 1848.

Sie möchten mehr über die Geschichte der heute verschwundenen Bahn wissen? Viele Spuren der Eisenbahn in Carlshafen, linkes Ufer sind heute noch wiederzuentdecken. In Helmarshausen steht sogar noch das Bahnhofsgebäude, das heute zu den „Helmars-Häusern“ gehört. Folgen Sie den alten Spuren, ein Spaziergang mit sechs Stationen rund um die Carlsbahn nimmt Sie mit in eine andere Zeit.

 

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In Amt und Würden – Die Bürgermeister in (Bad) Karlshafen und Helmarshausen seit 1945

Mit Marcus Dittrich wurde am 16. Januar 2018 der neue Bürgermeister Bad Karlshafens vereidigt und in sein Amt eingeführt. Er ist der fünfte Bürgermeister, der nach der Gebietsreform 1972 und der damit einhergehenden Eingemeindung Helmarshausens nach Karlshafen die schwere Amtskette der Stadt mit seinem Sieburgwappen tragen darf. Wer waren nun die Bürgermeister (Bad) Karlshafens und Helmarshausens, die nach dem Zweiten Weltkrieg für das Wohl der Stadt verantwortlich waren? Der geneigte Leser wird feststellen, dass es auch schon vor der Eingemeindung einen Bürgermeister gab, der in beiden Ortsteilen regiert. Auch klingt der Name eines Karlshäfer Bürgermeisters wie ein berühmtes Evangeliar aus Helmarshausen. Es gibt also viele gute Gründe, die Beziehungen zwischen der einst berühmten Klosterstadt und ihrem „Vorort“ künftig weiter zu vertiefen.  Weiterlesen

Acht Kostbarkeiten in Bad Karlshafen und Helmarshausen (6): Museum des Heimatvereins Helmarshausen

Genau 34 Jahre ist es nun her, dass in London das damals teuerste Buch der Welt versteigert wurde – das bis dahin verschwundene Evangeliar Heinrichs des Löwen. Will man heute eine Faksimile dieses epochalen Werkes betrachten, so braucht man nur das Museum des Heimatvereins Helmarshausen zu besuchen. Neben dieser Nachbildung des einstmals „vor Ort“, im Benediktiner-Kloster Helmarshausen vom Mönch Herimann um 1188 geschaffenen Werkes gibt es dort die Dauerausstellung „Buchmalerei im Mittelalter“ sowie immer wieder interessante Sonderausstellungen zu sehen – beispielsweise im letzten Jahr zum Thema Hochwasser. Vor allem ist das vom Heimatverein Helmarshausen betriebene Museum die Keimzelle vieler Aktivitäten der sehr regen ehrenamtlichen Mitglieder: Neben der Betreuung des Museums zählt dazu die Betreuung der nahegelegenen Krukenburg, Initiativen wie die „Helmars-Häuser“ sowie die Herausgabe eines „Heimatkalenders“. Weiterlesen