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Kategorie: Stadtgeschichte

Zeitreise: 1943 – Die Flutwelle der zerstörten Edertalsperre erreicht Karlshafen

1943 ist das Jahr, in dem in Stalingrad die sechste Armee unter Generalfeldmarschall Friedrich Paulus kapituliert. Die Geschwister Scholl werden wegen ihres Widerstands gegen den Nationalsozialismus hingerichtet und der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler wird geboren. Im selben Jahr stirbt der russische Pianist, Komponist und Dirigent Sergei Rachmaninow. Während in Karlshafen und an anderen Orten an der Weser der Muttertag begangen wird, starten am 16. Mai 1943 in England dreizehn Bomber, um im Herzen des damaligen Deutschen Reiches drei Talsperren anzugreifen. Die Flutwelle der am 17. Mai zerstörten Edertalsperre erreicht am 18. Mai Karlshafen und führt dort zu einem Pegelstand von 8, 57 Meter – eines der größten Hochwasser in der Stadt: Der Krieg kommt erstmals in die Stadt.

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Vergessene Orte (3): Der Hermann-Löns-Platz

Der vor 150 Jahren geborene „Heidedichter“ Hermann Löns hat im stadtnahen Reinhardswald von Bad Karlshafen seinen eigenen Platz, einen „Aussichtspunkt auf das reizvolle Diemeltal“, wie es sinngemäß im Wanderführer von 1938 heißt. Doch wer war dieser Hermann Löns und wo findet man heute seinen Platz? In der Liste der bekannten Löns-Gedenkstätten steht für ‚Bad Karlshafen/Weser‘ folgender Eintrag zu Buche: „Löns-Platz mit Löns-Stein“. Früher war es laut Wanderführer zudem einer der attraktiven Aussichtspunkte der Stadt: „Es folgen kurz hintereinander die drei Aussichtspunkte Hermann-Löns-Platz, Hessenkanzel und Wandererslust. Von diesen drei Punkten biete sich dem Wanderer einer der reizvollsten Anblicke der Umgebung Karlshafens.“

Und heute?

 

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Bellevue, Carlsplatz, Schicksal

Es führt ein breiter Weg hinauf vom Ortsausgang Bad Karlshafen zu einem herrlichen Aussichtspunkt, der aus diesem Grund auch zunächst den Namen „Bellevue“ – Schöne Aussicht“ tragen durfte. Dann wurde der Platz in die Reihe der Erinnerungsorte an Landgraf Carl zu Hessen aufgenommen und bekam den Namen Carlsplatz. Sehenswert ist auch der Besuchersteinbruch als Station des Eco Pfads „Archäologie Helmarshausen“. Was es aber nun mit dem Schicksal auf sich hat, erklärt der Blogbeitrag „Bellevue, Carlsplatz, Schicksal“ aus der Reihe „Stadtblicke“.

 

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Vergessene Orte (2): Der Schillerhain

P1030521Ein weiterer „Vergessener Ort“ ist der oberhalb der Hessischen Klippen auf dem Kuhberg befindliche Schillerhain. Leicht zu finden ist er ja, er liegt direkt hinter dem „Platz der Heimatvertriebenen“. Aber warum gibt es auf dem Kuhberg einen Schillerhain und welche Verbindung besteht zwischen dem 1802 geadelten Johann Christoph Friedrich von Schiller (* 10. November 1759 in Marbach am Neckar, Württemberg; † 9. Mai 1805 in Weimar, Sachsen-Weimar) und der Stadt an der Weser?

 

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Die Chronik von Carls Canal – Große Idee oder Größenwahn?

1713, also vor genau 305 Jahren begann ein Projekt, das noch heute die Geschicke von Bad Karlshafen bestimmt: In diesem Jahr wurde begonnen, auf dem früher als „Markt“ bezeichneten Areal ein Hafenbecken als Beginn eines Kanalprojekts anzulegen, dass die beiden mächtigen Ströme Weser und Rhein miteinander verbinden sollte. Carl, Landgraf zu Hessen-Cassel, ein Visionär seiner Zeit, wollte zunächst die Schiffsverbindung vom damaligen Sieburg nach Cassel schaffen, um das zwischen beiden Ortschaften liegende hannoverische Münden zu umgehen.

Aus dem ambitionierten Plan, Weser und Rhein miteinander zu verbinden, ist ein circa 25 Kilometer langer Kanal entstanden, der selbst nur wenige Jahre genutzt wurde. 17 Jahre „lebte“ das Projekt und noch immer sind Zeugnisse von „Carls Canal“ zu finden.

Diese Chronik basiert auf einer Vortragsführung im Zusammenhang mit der Pflanzenbörse des Bürgervereins Karlshafen-Helmarshausen e. V. am 24. März 2018. Ein gescheitertes, dennoch jedoch spannendes Stück Technikgeschichte direkt vor unserer Haustür, dass es sich zu erkunden lohnt.

 

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Buchrezension: ‚Karlshafen 1699-1999‘ von Robert Bohn

Jede Stadt hat ein eigenes Geschichtsbuch verdient, Professor Robert Bohn, langjähriges Vorstandsmitglied des Heimatvereins Bad Karlshafen, hat mit ‚Karlshafen 1699-1999 – Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Hessischen Planstadt aus der Barockzeit‘ seiner Geburtsstadt ein würdiges Geschichtsbuch geschenkt. In diesem Buch kann man unendlich lange und oft lesen, blättern und stöbern – man lernt stets etwas über die spannende Stadtgeschichte Sieburgs / Carlshafens / Karlshafens / Bad Karlshafens hinzu.

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Vergessene Orte (1): Der Charlottenstein

Foto: Bad-Karlshafen-Forum

Bad Karlshafen und Helmarshausen haben ‚Vergessene Orte‘ – Orte, die einstmals aufgrund ihrer Schönheit oder Einzigartigkeit die Ortschaften weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht haben. Ich persönlich kenne den Charlottenstein – ebenso wie die Himmelsleiter und den Hermann-Löns-Platz – bereits seit meiner frühesten Kindheit. Wir haben dort gespielt, sind in den alten Steinbrüchen herumgeklettert und haben im Wald so manche Hütte gebaut. Wenn ich jedoch heute einmal wieder die alten Wege entlanggehe, so macht es mich traurig, sowohl die Monumente als auch die Wege in einem derart schlechten Zustand zu sehen.

Ich möchte in einer Serie von Blogbeiträgen die Erinnerung zurückholen an die Stätten unserer Kindheit und Jugend – egal ob in Bad Karlshafen oder Helmarshausen -, die Schönheit mancher Flecken in unserer unmittelbaren Nähe betonen und ihren Wert für ein touristisches Gesamtkonzept für die Stadt herausstellen.

Beispiel des Kulturdenkmals Charlottenstein: Das Foto zeigt die starke Zerstörung des bereits baufälligen Bauwerks – ein Jammer, aber der letzte Sturm war einfach zu stark. Daher ist es wichtig, mit diesem ‚kleinen Aussichtsturm, der sich malerisch in den Hang des Waldes einfügt‘ zu beginnen – Der neue Bürgermeister und HessenForst haben Gesprächsbereitschaft signalisiert – noch ist nicht aller Tage Abend!

Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Admin des Bad-Karlshafen-Forums, der mir nicht nur dies Foto zur Vefügung gestellt hat, sondern mit seiner kontinuirlichen Berichterstattung wesentlich dafür Sorge getragen hat, dass der Charlottenstein vielleicht doch noch eine Chance bekommt.

Ist denn der Charlottenstein nur ein Haufen von Steinen? Nein, sicher nicht. Er wurde inzwischen von der im Ort lebenden Künstlerin Ariane Zuber in einem Gemälde für die Ewigkeit festgehalten und ist ein Postkartenmotiv. Zudem ziert er das Buchcover eines Bandes mit regionalen Kriminalgeschichten.

Neugierig? Dieser gut bebilderte Blogbeitrag erzählt Ihnen mehr über die kleine Burg, die Alfred von der Stein für seine Frau Charlotte errichtet hat.

 

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Die kleine Handbibliothek von „Treffpunkt Hafenmauer“

„Früher war alles besser“ – so heißt es gerne im Volksmund. Ob das nun so zutrifft, mag jeder selbst entscheiden. Aber die Gedanken an früher erzeugen seltsam-nostalgische Gefühle – in jedem von uns. Es ist jedoch leider so, dass man die Vergangenheit seiner Heimat heute suchen muss – es ist ein Kampf gegen die Zeit, da an jedem Tag weitere Erinnerungen für immer verschwinden: Geschichte, aber auch Geschichten, geraten in erst in Vergessenheit, um später ganz zu verschwinden. Eine selbstgestellte Aufgabe des Bad-Karlshafen-Blogs „Treffpunkt Hafenmauer“ ist es, die Heimatgesschichte von Bad Karlshafen und Helmarshausen zu erforschen, zu konservieren und zu erzählen.

Dazu braucht es ein gewissen Quantum an Neugier, ein gutes Netzwerk, aber auch eine ganz ordentliche Anzahl an Büchern und Informationsmaterialien. Grundstock sind in diesem Fall die „Beiträge zur Geschichte der Stadt Karlshafens und des Weser-Diemel-Gebiets“, aber auch viele „alte Schätzchen“, die mir so manches Geheimnis offenbart haben: alte Wanderführer – oder das Buch „Karlshafen – Wesertal“, von dem ich noch nicht einmal den Verfasser kenne.

Wer also wissen möchte, woher viele meiner Informationen für „Treffpunkt Hafenmauer“ stammen, der wird sicher unter http://treffpunkt-hafenmauer.de/die-kleine-handbibliothek-von-treffpunkt-hafenmauer/ fündig werden. Die Handbibliothek wird ständig erweitert, daher auch meine Bitte an alle Leser dieser Zeilen: Sollte sich in Ihrem Besitz ein Buch oder eine alte Wanderkarte befinden, mit der Sie nichts mehr anfangen können, so denken Sie bitte an mich und an meine Initiative gegen das Vergessen – für die Bewahrung der Heimatgeschichte Bad Karlshafens und Helmarshausens.

Ich freue mich über jede E-Mail an info@trefffpunkt-hafenmauer.de. Dankeschön.

 

1878 – Die Eisenbahn kommt nach Karlshafen (2): Ottbergen – Northeim („Sollingbahn“)

2018 ist das Erinnerungsjahr an den Beginn der Eisenbahn in beiden Ortsteilen: 1848 (vor 170 Jahren) nahm die Friedrich-Wilhelm-Nordbahn / Carlsbahn zwischen Carlshafen und Grebenstein auf der linken Weserseite ihren Betrieb auf. 1878 (vor 140 Jahren) folgte die Bahnstrecke zwischen Ottbergen und Northeim auf der rechten Weserseite. Heute ist die „Sollingbahn“ die alleinige Eisenbahnverbindung des Ortes. Immerhin kann man mit ihrer Hilfe aktuell in dreieinhalb Stunden nach Berlin, in sieben Stunden nach Paris, in acht Stunden nach Wien, in zehn Stunden nach London sowie in vierzehn Stunden nach Rom gelangen.

Die feierliche Eröffnung der Strecke Ottbergen – Northeim erfolgte am 15. Januar 1878. Ziel war es, Westfalen an die sächsischen und schlesischen Industriegebiete anzuschließen. Der Versuch, die Bahnlinien links und rechts der Weser miteinander zu verbinden, wurde übrigens auch in Erwägung gezogen.

Früher war es möglich, von Mönchengladbach nach Göttingen zu reisen – mit Halt in Karlshafen. Wollen wir also hoffen, dass uns die bestehende Verbindung zwischen Paderborn und Göttingen noch lange erhalten bleibt. 

 

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Acht Kostbarkeiten in Bad Karlshafen und Helmarshausen (7): Die Krukenburg

© Ger-lin.de Müller, Bad Karlshafen

Hoch über den Ortsteilen trohnt mächtig das historische Schatzkästchen des Ortes: Die mittlerweile rund 900 Jahre alte Krukenburg. Die Höhenburgruine steht etwa 290 m nördlich des Dorfes Helmarshausen sowie etwa 500 m südwestlich der Karlshafener Kolonie Nollendorf. Sie befindet sich auf dem 184,2 m ü. NHN hohen Waltersberg, dessen Gipfel etwa 80 m über einer Flussschleife der Diemel liegt.

Sieht man diese eindrucksvolle Burgruine bei Sonnenschein und blauem Himmel am Horizont, so beginnt man zu träumen: Was mag sich wohl früher alles dort ereignet haben, als Ritter, Mönche und Handwerker die Burg bevölkert haben. Auch wenn es vielleicht nicht jeder weiß, die Burgruine ist ganzjährig zu besichtigen. Die Sehnsucht nach edlen Rittern und hübschen Bugfräuleins ist also direkt greifbar – nur wenige Schritte entfernt. Ebenso wie das Abbild der Grabeskirche in Jerusalem, nach deren Vorbild die Burgkirche der Krukenburg errichtet wurde. Ein Besuch lohnt sich!

 

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