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Schlagwort: Helmarshausen

Das Literaturfestival Helmerateshusa (1): Ein zweifelhaftes Vergnügen

Für zwei Monate weilt derzeit die Schriftstellerin Jenifer Becker in Bad Karlshafen, da sie für das Stipendiat „Land in Sicht“ des Hessischen Literaturrats ausgewählt wurde. Was liegt also näher, als im „Geschichtensommer an der Diemelmündung“ die Kurzgeschichte „Das Literaturfestival Helmerateshusa (1): Ein zweifelhaftes Vergnügen“ aus Teil 3 „2020“ des Essaybands „Bad Karlshafen 2.0 – Visionäres Kopfkino für die nördlichste Stadt Hessens“ zu veröffentlichen?

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit der Geschichte über einen Schriftsteller, der auf urkomische Art und Weise seiner eigenen Wichtigkeit zum Opfer fällt, als er dachte, der eigentliche Star des (leider immer noch fiktiven) Literaturfestivals Helmerateshusa zu sein.

Übrigens, am 1. August 2018 gibt es im Rahmen der Reihe „Kunst im Gewölbe“ eine Lesung mit Jenifer Becker (19.00 Uhr, Kunstantiquariat Schäfer, Bad Karlshafen, Conradistraße 2).

 

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Wandern wie vor achtzig Jahren

P1040604Gehen Sie heute mit mir achtzig Jahre in der Zeit zurück und stellen Sie sich vor, wie eine Familie an einem Sonntagmittag bei Rehbraten oder Erbseneintopf die Frage diskutiert, wo denn der anstehende Sonntagsspaziergang entlangführen soll. Vater möchte gerne zum Hugenottenturm und nach Herstelle, doch schließlich können ihn die Mutter und ihre drei Töchter beim Griesbrei mit Himbeeren zu einer weniger anstrengenden Tour überreden: In den Reinhardswald soll es gehen, hinauf zu „Rütli“ und „Wanderslust“ sowie den Spuren Hermann Löns. Das größte Problem der Mutter würde auf dieser Route vermutlich darin bestehen, den Vater davon abzuhalten, bereits in die Bahnhofsgaststätte einzukehren, um dort ein Bier zu trinken – denn dann müssten die vier Frauen ihren Weg wohl alleine fortsetzen.

„Hedwig, hol doch bitte mal die „Geschichte der Landschaft und der Stadt Karlshafen mit Führer durch die Umgebung und Dampferfahrplan“ aus meiner Schreibtischschublade und schau dir an, wo wir lang laufen müssen. Weg Nummer 4, wenn ich mich recht erinnere.“ Stolz würde die Elfjährige sich auch alles genau einprägen – schließlich hatte sie heute die Verantwortung.

Kommen Sie mit auf eine Reise durch Raum und Zeit – auf einer Strecke, von deren Schönheit ich mich erst kürzlich wieder überzeugen konnte und die einen wirklich vergessen lässt, in welchem Jahr man eigentlich lebt. Und ja, Stürme hat es damals auch schon gegeben.


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Sonderausstellung „Die andere Reformation – Johannes Calvin und die Reformierten in Mitteldeutschland“

Bereits Mitte Mai 2018 wurde im Deutschen Hugenotten-Museum in Bad Karlshafen die Sonderausstellung „Die andere Reformation – Johannes Calvin und die Reformierten in Mitteldeutschland“ eröffnet. Die interessante Ausstellung läuft noch bis zum 4. November 2018. Im Rahmen der Eröffnung am internationalen Museumstag (13. Mai) wurden zudem Jochen Desel und Mary Gundlach offiziell als Museumsleiter beziehungsweise stellvertretende Museumsleiterin verabschiedet.

Vielleicht klingt das Ausstellungsthema nicht so interessant für die Geschichte Bad Karlshafens? Mitnichten, denn auch hier gab es in den Anfangsjahren der Stadt eine französisch-reformierte, eine deutsch-reformierte sowie eine lutherische Gemeinde, die erst im Laufe der Jahre zur heutigen evangelischen Glaubensgemeinschaft zusammengewachsen sind.

 

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Acht Kostbarkeiten in Bad Karlshafen und Helmarshausen (8): Das Weinhaus Römer

Die achte und letzte Kostbarkeit dieser Reihe ist das Weinhaus Römer am Hafenplatz in Bad Karlshafen. Ist der Begriff „Weinhaus“ eigentlich selbsterklärend, beherbergt das 1838 erbaute Haus für Bad Karlshafen jedoch etwas ganz besonderes: Die regelmäßig stattfindenden Vorstellungen der Kleinkunstbühne bieten anspruchsvolle Unterhaltung für alle, die Kabaret, Singer-Songwriter, Blues, Poesie und mehr mögen. Hier finden zudem die Tagungen der Compagnie Poesie statt, die schon mehrfach im Kursaal die „Lange Nacht der Poesie“ veranstaltet haben. Und natürlich ist das Weinhaus, was es verspricht: Weinfachhandel, Likörmanufaktur, Ort für gepflegte Weinproben und die Weinsprechstunde sowie vieles mehr. Nicht zuletzt endet genau hier der Hugenotten- und Waldenserpfad, der die Fluchtroute der Religionsflüchtlinge aus dem 17. Jahrhundert beschreibt. Da ist es natürlich naheliegend, auch geführte Stadtspaziergänge und Wanderungen anzubieten.

 

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Carl – viel mehr als nur ein Namensgeber

„Carlstaße“, „Carlsplatz“ und „Carlsbahn“ – täglich kommen wir in Bad Karlshafen und Helmarshausen mit „Landgraf Carl zu Hessen Cassel“ in Kontakt. Doch wer war dieser Carl? Er verkaufte Soldaten, verfolgte ein unrealistisches Kanalprojekt und schuf eine Stadt, die noch heute seinen Namen trägt. Aber wie die noch bis zum 1. Juli in Kassel laufende Ausstellung „Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa“ sowie das hervorragende Begleitbuch zeigen, steckte hinter dem Landesherren mehr als man gemeinhin vermutet. Beispiele: Er und seine fünf Söhne kämpften im Spanischen Erbfolgekrieg und einer seiner Söhne wird später König von Schweden. Er war es auch, der den Perpetuum-Mobile-Bauer Orffyreus zunächst nach Kassel holte, um ihn dann später nach Karlshafen zu verbannen.

 

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Mal in eigener Sache: Blogbeiträge abonnieren

Anfang des Jahres 2018 ist der Bad-Karlshafen-und Helmarshausen-Blog „Treffpunkt Hafenmauer“ auf seine eigene Domain www.treffpunkt-hafenmauer.de umgezogen und hat mittlerweile auch schon mehr als 5000 Zugriffe zu verzeichnen. Seit kurzem ist es zudem möglich, die regelmäßig erscheinenden Blogbeiträge direkt zu abonnieren. Auf diese Weise läßt sich sicherstellen, dass man keinen der interessanten Beiträge zu Geschichte, Geschichten und Insidertipps von/über/für Bad Karlshafen und Helmarshausen verpassen kann. Sie finden die Eintragungsmöglichkeit auf jeder Seite von Treffpunkt Hafenmauer unten links im der Fußbereich – E-Mail-Adresse eintragen und „Blogbeiträge abonnieren“ anklicken, Bestätigungsmail abwarten, Abo bestätigen, fertig! Eingetragene Abos werden nur nach Ihrer persönlichen Bestätigung aktiviert (Double-Opt-in) und können auch jederzeit leicht mittels des entsprechenden Links in den E-Mails beendet werden. Sollte es Schwierigkeiten beim Abonnieren der Beräge geben, so gibt es hier eine kleine Hilfestelllung. Und das alles ist konform zu der am 25. Mai 2018 in Kraft getretenen Europäischen Datenschutzverordnung: Natürlich gibt es auch eine aktualisierte Datenschutzerklärung, die auf der Internetseite im Bereich „Service“ jederzeit einsehbar ist und die die ordnungsgemäße Verwendung der wenigen gespeicherten Daten erläutert.

Ein Wort der Entschuldigung an die bereits eingetragenen Empfänger der Blogbeiträge: Leider gibt es heute nicht die gewohnt-spannenden Informationen über die „Barockstadt im märchenhaften Weserbergland“ beziehungsweise das „1000-jährige Tor zum Reinhardswald“. Aber ich würde mich darüber freuen, wenn Sie diesen Beitrag vielfach weiterleiten und teilen, um auf diese Weise das Open-Source-Projekt „Treffpunkt Hafenmauer“ und damit die Lieblingsorte Bad Karlshafen und Helmarshausen weiter bekannt zu machen. Dies gilt natürlich auch für alle anderen Leser meines Blogs in den Sozialen Medien.

Denn es ist meine Philosophie, interessante Informationen, sobald ich sie gefunden habe, aufzuarbeiten und zu veröffentlichen. Damit ist sichergestellt, dass auch zukünftige Generationen wissen, wie ihre Altvorderen die Orte gesehen haben und was sie dort erleben durften. Aber es wäre ungerecht, nur in die zugegeben spannende Vergangenheit zu schauen: Dass die Orte schon viel viel zu bieten haben, zeigen – stellvertretend für alle Sehenswürdigkeiten der Erlebnisstadt – die „Acht Kostbarbarkeiten in Bad Karlshafen und Helmarshausen“.

Und die Gedanken an die Zukunft sollten sowie immer rosig sein …

Vergessene Orte (3): Der Hermann-Löns-Platz

Der vor 150 Jahren geborene „Heidedichter“ Hermann Löns hat im stadtnahen Reinhardswald von Bad Karlshafen seinen eigenen Platz, einen „Aussichtspunkt auf das reizvolle Diemeltal“, wie es sinngemäß im Wanderführer von 1938 heißt. Doch wer war dieser Hermann Löns und wo findet man heute seinen Platz? In der Liste der bekannten Löns-Gedenkstätten steht für ‚Bad Karlshafen/Weser‘ folgender Eintrag zu Buche: „Löns-Platz mit Löns-Stein“. Früher war es laut Wanderführer zudem einer der attraktiven Aussichtspunkte der Stadt: „Es folgen kurz hintereinander die drei Aussichtspunkte Hermann-Löns-Platz, Hessenkanzel und Wandererslust. Von diesen drei Punkten biete sich dem Wanderer einer der reizvollsten Anblicke der Umgebung Karlshafens.“

Und heute?

 

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Bellevue, Carlsplatz, Schicksal

Es führt ein breiter Weg hinauf vom Ortsausgang Bad Karlshafen zu einem herrlichen Aussichtspunkt, der aus diesem Grund auch zunächst den Namen „Bellevue“ – Schöne Aussicht“ tragen durfte. Dann wurde der Platz in die Reihe der Erinnerungsorte an Landgraf Carl zu Hessen aufgenommen und bekam den Namen Carlsplatz. Sehenswert ist auch der Besuchersteinbruch als Station des Eco Pfads „Archäologie Helmarshausen“. Was es aber nun mit dem Schicksal auf sich hat, erklärt der Blogbeitrag „Bellevue, Carlsplatz, Schicksal“ aus der Reihe „Stadtblicke“.

 

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Buchbesprechung: „Die Römer im Chattenland“ von Udo Schlitzberger und Klaus Fröhlich

„Chatti – Hassi/Hessi – Hessen“ – kaum jemand wird wissen, dass die gemanischen Chatten einstmals zu den größten und kampfstärksten Verbänden gegen die Römer gehörten und mit ihrem fortgesetzen Widerstand die Besetzung ihres Territoriums verhinderten. Ihr Siedlungsgebiet lag zwischen dem Main im Süden, der Lahn im Westen, der Werra im Osten sowie der Diemel im Norden. Über die zu Beginn genannten Lautverschiebungen gaben sie letztlich unserem Bundesland seinen Namen.

Das Buch „Die Römer im Chattenland“ von Udo Schlitzberger und Klaus Fröhlich arbeitet diese Spuren der römischen Präsenz in Nordhessen auf und ist damit ein wichtiger Beitrag zum Verständnis unserer Geschichte. Es basiert übrigens auf dem Volkshochschulkurs „Antike Reisewege in den hessischen Mittelgebirgen“.

Für die Bewohner von Bad Karlshafen und Helmarshausen besonders interessant: Die Exkurse über die Sieburg und die städtebauliche Geschichte von Helmarshausen.

 

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Die Chronik von Carls Canal – Große Idee oder Größenwahn?

1713, also vor genau 305 Jahren begann ein Projekt, das noch heute die Geschicke von Bad Karlshafen bestimmt: In diesem Jahr wurde begonnen, auf dem früher als „Markt“ bezeichneten Areal ein Hafenbecken als Beginn eines Kanalprojekts anzulegen, dass die beiden mächtigen Ströme Weser und Rhein miteinander verbinden sollte. Carl, Landgraf zu Hessen-Cassel, ein Visionär seiner Zeit, wollte zunächst die Schiffsverbindung vom damaligen Sieburg nach Cassel schaffen, um das zwischen beiden Ortschaften liegende hannoverische Münden zu umgehen.

Aus dem ambitionierten Plan, Weser und Rhein miteinander zu verbinden, ist ein circa 25 Kilometer langer Kanal entstanden, der selbst nur wenige Jahre genutzt wurde. 17 Jahre „lebte“ das Projekt und noch immer sind Zeugnisse von „Carls Canal“ zu finden.

Diese Chronik basiert auf einer Vortragsführung im Zusammenhang mit der Pflanzenbörse des Bürgervereins Karlshafen-Helmarshausen e. V. am 24. März 2018. Ein gescheitertes, dennoch jedoch spannendes Stück Technikgeschichte direkt vor unserer Haustür, dass es sich zu erkunden lohnt.

 

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