Sonntagsaktivitäten in und um Bad Karlshafen: Der September

Der September steht vor der Tür und das heißt, dass nun alle 52 Vorschläge für ein Jahr Sonntagsaktivitäten in und um Bad Karlshafen vorliegen. Damit ist für die Zukunft Vorsorge getroffen für spannende Entdeckungen und gegen langweilige Wochenenden.

Heute beginnen wir mit einem Gedenkspaziergang durch Helmarshausen – auf den Spuren des vergangenen jüdischen Lebens in der Stadt. Der Dreiländer-Panoramaweg führt vom Treffpunkt Hafenmauer ins benachbarte Nordrhein-Westfalen und bietet dabei mit dem Besuch des Hugenottenturms und des Weser-Skywalks die beiden schönsten Blicke auf Bad Karlshafen. Der lohnende Umweg des Monats führt den Ausflügler nach Schöneberg, Hofgeismar, Beberbeck und die Sababurg. Um einen historischen Bereich, der heute nicht mehr existiert, geht es im Stadtspaziergang ‚Einmal um die Barackengärten‘.  Wo hingegen der Begriff ‚Gartenstadt‘ heute noch gebräuchlich ist, kennen heute nur noch wenige die Bezeichnung ‚Barackengärten‘.

Viel Spaß bei allen Unternehmungen!


Vorschlag 1: Auf den Spuren jüdischer Bürger in Helmarshausen

Heimatmuseum Helmarshausen im Alten Rathaus – Poststraße – Jüdischer Totenhof – Poststraße – Steinstraße – Ehemalige Synagoge – Heimatmuseum Helmarshausen im Alten Rathaus

 

Gedenkspaziergang durch Helmarshausen

Vorbemerkung: Dieser Spaziergang wird ergänzt durch Stationen, an denen früher jüdische Mitbürger gelebt oder sich Stätten jüdischer Glaubenausübung befunden haben.

Vom Museum des Heimatvereins Helmarshausen im Alten Rathaus geht in Richtung Schloss Bentinck (dem ehemaligen Krankenhaus). Als erstes kommt man am Haus Poststraße 36 vorbei, in dem bis 1889 der Lehrer Levi Davidson gewohnt hat.

In der Poststraße 23 befindet sich die Wohnstätte von Familie Wertheim. Emilie Rosenstein (geborene Wertheim), Witwe von Robert Rosenstein, emigrierte 1936 in die USA.

Einige Meter weiter befindet sich der alte jüdische Totenhof hinter der ehemaligen Stadmauer.

Von dort aus geht es wieder die Poststraße zurück bis zum Alten Rathaus. Genau gegenüber in der Poststraße 47 wohnte die Familie Hohenberg. Sally Hohenberg (*1876) ging 1938/1939 (unterschiedliche Angaben) in den Freitod. Frieda Hess, (*1878, geborene Hohenberg) wurde deportiert, sie gilt in Warschau als verschollen. Julie Hohenberg (*1882) wurde 1942 nach Solibor deportiert und dort ermordet.

Im übernächsten Haus (Poststraße 51) wohnte damals die Familie Albert Hohenberg. Sie sind 1929 nach Karlshafen gezogen. Albert Hohenberg ist 1938 mit seiner Frau Hedwig nach Uruguay emigriert.

Schaut man über die Poststraße hinüber, so sieht man in Haus Nummer 46 das Gebäude, das bis 1850 als Synagoge genutzt wurde.

In der Poststraße 55 wohnte seit 1920 Selma Alexander (*1883). Sie ist die verheiratete Selma Königsthal, die nach Karlshafen gezogen war und von dort aus im Dezember 1941 nach Riga deportiert wurde. Ihr Name steht auf der Tafel der Opfer aus Bad Karlshafen.

In der Poststraße 65 wohnte im 19. Jahrhundert die Familie Dahl. Dieses Haus wurde vermutlich bereits vor 1933 verkauft.

Nach der Überquerung der Straße geht es zurück in Richtung Heimatmuseum. Das Haus Poststraße 54 gehörte damals der Familie Moritz Wertheim. Moritz Wertheim (*1880) lebte in Stade und Amsterdam und wurde 1943 nach Sobibor deportiert und dort ermordet. Emil Wertheim (*1878), seine Frau Bertha Wertheim (*1896, geborene Goldschmidt) und ihr Sohn Kurt Wertheim (*1924) wurden 1942 ebenfalls nach Sobibor deportiert und dort ermordet.

Es geht durch die Verbindungsstraße (heute: Steinstraße) in die lange Steinstraße. Geht man dort nach rechts, so erreicht man nach wenigen Metern Haus Nummer 39, in der bis 1890 Familie Herzfeld gewohnt hat.

Im nächsten Gebäude (Steinstraße 37) befand sich die ehemalige Stuhlfabrik von Albert Hohenberg.

Weiter die Steinstraße entlang führt rechts die ehemalige Judengasse (heute Steinstraße) zur ehemaligen Synagoge (Steinstraße 21). Sie wurde von 1851 und 1937 als jüdisches Gotteshaus genutzt.

Geht man ein paar Meter weiter und dann wieder nach links, so kommt man wieder zum Ausgangspunkt, dem Alten Rathaus, in dem sich heute das Museum des Heimatvereins Helmarshausen befindet.

Dauer: Circa 25 Minuten

Hinweis: Leichter Weg.


Vorschlag 2: Dreiländer-Panoramaweg

Treffpunkt Hafenmauer – Hugenottenturm –Dreiländereck – Herstelle – Weserfähre – Würgassen –Hannoversche Klippen – Weser-Skywalk – Bahnhof Bad Karlshafen – Weserbrücke –Treffpunkt Hafenmauer

 

Ein aussichtsreicher Rundwanderweg, der die Highlights Dreiländereck und Weser-Skywalk miteinander verbindet. Die ca. 8 km lange Wanderung beginnt im Stadtzentrum von Bad Karlshafen und hat in ihrem Verlauf viel zu bieten. Aber aufgepasst, zwei anspruchsvolle Streckenabschnitte warten auf Sie. Kondition und Trittsicherheit sollten daher vorhanden sein. Beim Aufstieg hoch in den Wald geht es über, je nach Witterung, teils rutschige Sandsteinplatten. Das erste Highlight ist der Hugenottenturm, an dem ihr eine tolle Aussicht bewundern könnt. Kurz darauf wird das historische Dreiländereck erreicht. Hier treffen Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen aufeinander. Am Waldrand entlang geht es anschließend nach Herstelle, wo ein Abstecher zum Kloster Herstelle zu empfehlen ist. Mit der kleinen Schöne (Personenfähre; von Mai – September bei entsprechendem Pegelstand der Weser) setzt ihr nun ans andere Ufer über. Ab hier weisen nun Wegweiser darauf hin, dass ihr euch auf dem Weg zum Weser-Skywalk befindet. Über einen naturnahen Lehrpfad gelangt ihr auf den Hannoverschen Klippen zur Aussichtplattform, dem Weser-Skywalk. Ein Panoramablick über die Weser, Bad Karlshafen und Teile des Naturparks Reinhardswald warten hier auf euch. Anschließend geht es über den steilen Klippensteig hinunter zur Weser und anschließend entlang des Flusses zurück nach Bad Karlshafen. 

Dauer: 3 Stunden

Hinweise:

    • Dieser Rundwanderweg des Naturparks Reinhardswald ist mit der Nr. 4 markiert.(mehr Info)
    • Feste Schuhe erforderlich.
    • Die Tour eignet sich vor allem für die Monate Mai bis September, da nur in den Sommermonaten die Gierseilfähre zwischen Herstelle und Würgassen in Betrieb ist. Eine Brücke kann, mit etwas Umleitung, in den Wintermonaten genutzt werden.

Vorschlag 3: Der zwölfte lohnende Umweg (Ausflug)

Aus dem Buch ‚Lohnende Umwege‘ möchte ich heute die zwölfte und letzte Route vorstellen, sie hat folgende Stationen:

    • Bad Karlshafen (Startpunkt)
    • Schöneberg (Fachwerkkirche, ‚Hugenottenhaus‘)
    • Hofgeismar (Basilika, Stadtmuseum)
    • Gesundbrunnen (Schlösschen Schönburg und Park)
    • Beberbeck (Schloss, Gestüt)
    • Sababurg (Burg, Urwald)
    • Gottsbüren (Wallfahrtskirche)
    • Bad Karlshafen (Endpunkt)

Diese Tour könnte ein schöner Sonntagausflug sein, während dem man unterwegs gemütlich zu einem Mittagessen einkehrt.

Leider können hier an dieser Stelle keine detaillierten Hinweis zu den Orten gegeben werden, hier sei auf das Buch ‚Lohnende Umwege‘ beziehungsweise die Informationen der entsprechenden Gemeinden verwiesen.

Dauer: individuell


Vorschlag 4: Einmal um die Barackengärten

Treffpunkt Hafenmauer – C.-D.-Stunz-Weg – Klaus-Ulbricht-Platz – Friedhof – Mündener Straße – Weserstraße – Treffpunkt Hafenmauer

Ein kleiner Spaziergang führt um und durch einen Bereich Bad Karlshafens, der früher als ‚Barackengärten‘ bezeichnet wurde. Vom Treffpunkt Hafenplatz geht es an der Evangelischen Kirche vorbei zum Kindergarten und links hoch in den C.-D.-Stunz-Weg. Hat man den Klaus-Ulbricht-Platz erreicht, geht es links einen schmalen Weg am Friedhof vorbei zur Mündener Straße. Ihr folgt man linkerhand und man gelangt über die Weserstraße zurück zum Ausgangspunkt.

Dauer: Circa 30 Minuten

Hinweise:

    • Überwiegend einfacher Weg.
    • Bitte vorab prüfen, ob der Weg am Friedhof noch gesperrt ist.

Dank

Herzlichen Dank an Herrn Christian Schäfer, Antiquariat Bernhard Schäfer, Bad Karlshafen, für die Einwilligung, an dieser Stelle die Touren des Buches ‚Lohnende Umwege‘ von Kupetz, Sigrid et al.vorstellen zu dürfen.


Quellen und zum Weiterlesen

Stadtgeschichte

Bohn, Robert (2000): 1699-1999 Karlshafen – Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Hessischen Planstadt aus der Barockzeit, Reihe ‚Beiträge zur Geschichte der Stadt Karlshafen und des Weser-Diemel-Gebiets‘, Band 11, Verlag des Antiquariats Bernhard Schäfer, Bad Karlshafen.

Jüdisches Leben

Thierling, Magda: Vergessene Geschichte – Jüdisches Leben in Helmarshausen und Karlshafen, Reihe „Beiträge zur Geschichte der Stadt Karlshafen und des Weser-Diemel-Gebiets, Band 17, Verlag des Antiquariats Bernhard Schäfer, Bad Karlshafen, 2011, 15,00 Euro, ISBN: 978-3-934800-15-1.

Schäfer, Bernhard (Hrsg.): Unsere jüdischen Mitbürger in Karlshafen – Austreibung und Leidensweg unter dem Naziregime, Reihe „Beiträge zur Geschichte der Stadt Karlshafen und des Weser-Diemel-Gebiets, Band 3, Verlag des Antiquariats Bernhard Schäfer, Bad Karlshafen, 1993, antiquarisch erhältlich.

Lohnende Umwege

Kupetz, Sigrid et al.: Lohnende Umwege – 12 Reiserouten im Dreiländereck Nordhessen, Ostwestfalen und Südniedersachsen, 532 Seiten, 2002, Reihe: ‚Beiträge zur Geschichte der Stadt Bad Karlshafen und des Weser-Diemel-Gebiets‘, Band 13, Verlag des Antiquariats Bernhard Schäfer, Bad Karlshafen, ISBN: 3- 934800-01-7. Neupreis: 49,90 Euro – das Buch ist derzeit jedoch nur antiquarisch erhältlich.

Wanderkarten

Bad Karlshafen GmbH: Wanderkarte Bad Karlshafen, Maßstab 1:25000, kein Jahr, Publicpress Publikationsgesellschaft mbH, Geseke.

Kartographische Kommunale Verlagsgesellschaft (Hrsg.): Bad Karlshafen – Stadtplan mit Rad- und Wanderkarte, 3. Auflage, 2014, Maßstab 1:7500, Nordhausen.

Sechzig Jahre Heinrichsflut – Hochwasserchroniken für Bad Karlshafen und Helmarshausen

Korrigierte Fassung.

Fast auf den Tag in es nun sechzig Jahre her, dass nach schweren Unwettern am 15. und 16. Juli 1965 die Heinrichsflut über Nordhessen, Südniedersachsen und Ostwestfalen sowie Teile der heutigen Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen hereinbrach.

Bad Karlshafen und Helmarshausen waren aufgrund ihrer besonderen Lage zwischen den Flüssen Weser und Diemel im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Opfer großer Überschwemmungen. Haben damals menschliche Eingriffe – wie Regulierungsversuche und Begradigungen – die Hochwassergefahr erhöht, heute sind es Starkregenereignisse wie im August 2023, die in der Gemeinde in kurzer Zeit einen Schaden von 500.000 Euro verursacht haben. Die in den letzten Jahrzehnten ergriffenen Schutzmaßnahmen haben jedoch das Schlimmste verhindern können, trotzdem ist heute der Ingenieurwasserbau immer noch nicht in der Lage, vollkommene Sicherheit zu garantieren.

Das Thema Hochwasser spielt in der Geschichte beider Ortschaften eine große Rolle: Im Buch ‚Karlshafen 1699 – 1999‘ befasst sich das Kapitel ‚Immer wieder Hochwasser‘ intensiv mit diesem Thema, in Helmarshausen gab es bereits 2015 anlässlich des zehnjährigen Bestehens des dortigen Heimatmuseums eine Sonderausstellung ‚Hochwasser in Helmarshausen‘. 

Einen Eindruck des Umfangs der damaligen Katastrophe vermittelt ein Bericht der Hessenschau vom 16.07.2025. Tipp: Den fünfminütigen Film anschauen!

Aktuelle Veranstaltungen

Die Heimatvereine von Bad Karlshafen und Helmarshausen erinnern mit einem Vortrag sowie einer Ausstellung an diese schreckliche Naturkatastrophe, die in Helmarshausen auch ein Todesopfer gefordert hat. Am 17. Juli fand der von Heimatverein Bad Karlshafen veranstaltete Vortrag von Jürgen Bunk mit dem Titel „Heinrichsflut 1965 – Die Hochwasserkatastrophe an Diemel und Weser vor 60 Jahren“ statt. Der Heimatverein Helmarshausen zeigt anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Heimatmuseums eine umfassende Ausstellung zur Heinrichsflut (bis zum 31.10.2025, Sonntags 15-17 Uhr oder nach Vereinbarung).

Chronik

Für alle, die sich für das Hochwassergeschehen im Laufe der Geschichte interessieren, bietet Treffpunkt Hafenmauer jeweils eine kleine Hochwasserchronik für Bad Karlshafen und Helmarshausen an. 

Fotos: Heimatverein Helmarshausen

Sonntagsaktivitäten in und um Bad Karlshafen: Der Juni

Mehr noch als im Mai haben wir im Juni an fünf Sonntagen mit zwei langen Wochenenden zu Pfingsten und über Frohnleichnam die Möglichkeit, die heimische Umgebung und ihre Schönheiten zu entdecken.

Genuss pur: Der lohnende Umweg des Monats führt Sie erneut nach Südniedersachsen: Sie erkunden unter anderem Uslar, Volpriehausen und Hardegsen. Sehenswert ist auch das Heimatmuseum in Helmarshausen. Ausnahmsweise nehmen wir für Tour Nummer 3 einmal das Fahrrad und erkunden unter dem Motto ‚Expedition Carlsbahn‘ die ehemalige Eisenbahntrasse. Ein schöner Rundweg durch den stadtnahen Reinhardswald führt Sie vorbei an Rütli, Hermann-Löns-Platz, Hessenschanze und Wandererslust. Zum Abschluss empfehlen wir Ihnen, einen Kneipengang durch die Kernstadt von Karlshafen zu unternehmen. Es lohnt sich, vor allem zur Orientierung, wo man sich demnächst mal gemütlich mit Freunden zum Essen oder auf ein Bier treffen möchte. Wer es nicht abwarten kann – viele der erwähnten Lokalitäten sind auch an einem Sonntagnachmittag geöffnet.

Viel Spaß bei allen Unternehmungen!


Vorschlag 1: Der neunte lohnende Umweg (Ausflug)

Aus dem Buch ‚Lohnende Umwege‘ möchte ich heute die neunte Route vorstellen, sie hat folgende Stationen:

    • Bad Karlshafen (Startpunkt)
    • Uslar-Sohlingen (Häuserbauweise)
    • Uslar (Fachwerkhäuser, Werkstatthäuser)
    • Volpriehausen (Fachwerkkirche)
    • Hardegsen (mittelalterliche Stadtbefestigung, Palais)
    • Fredelsloh (Stiftskirche)
    • Wiebrechtshausen (Kloster)

Diese Tour könnte ein schöner Sonntagausflug sein, während dem man unterwegs gemütlich zu einem Mittagessen einkehrt.

Leider können hier an dieser Stelle keine detaillierten Hinweis zu den Orten gegeben werden, hier sei auf das Buch ‚Lohnende Umwege‘ beziehungsweise die Informationen der entsprechenden Gemeinden verwiesen.

Dauer: individuell


Vorschlag 2: Heimatmuseum Helmarshausen

Treffpunkt Hafenmauer – Unter dem Königsberg – Diemelbrücke – Graseweg – Krukenburg – Sängerplätze – Poststraße –Heimatmuseum Helmarshausen – Steinstraße –Diemelbrücke – Sonnenweg  – Unter dem Königsberg – Treffpunkt Hafenmauer

Vom Ausgangspunkt am Hafenplatz am Kriegerdenkmal vorbei nach rechts in die Straße ‚Am Reservoir‘. Links geht es in die Straße ‚Unter dem Königsberg‘ entlang, bis es rechts hinauf zur Diemelbrücke geht. Diesen Weg hinauf und oben angekommen geht es nach zehn Metern durch die Fußgängerunterführung. Die Treppe links hinauf und an der Kreisstraße entlang, bis rechts die Straße ‚Am Graseweg‘ abgeht. Diese hinauf bis zur Krukenburg. Vor der Krukenburg befindet sich das Denkmal für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in beiden Ortsteilen. Am Café Krukenburg links den Fußweg hinunter, an den beiden Sängerplätzen vorbei bis hinunter zur B 83. Hier nach links laufen, bis man auf der rechten Straßenseite das ehemalige Rathaus und heutige Heimatmuseum Helmarshausen erreicht.

Für den Rückweg die Steinstraße entlang in Richtung Diemelbrücke. Diese überqueren gehen und gleich links über den Dammweg zum Sonnenweg. Diesen wieder zurück nach Bad Karlshafen.

Tipp: Auf dem Weg zur Diemelbrücke kann man sich die in Post- und Steinstraße befindlichen ‚Helmars-Häuser‘ anschauen.

Dauer: Circa 120 Minuten (reine Wegezeit ohne Museumsbesuch).

Hinweise:

    • Meist geteerte oder geschotterte Wege.
    • Vorsicht: Der Sonnenweg ist gleichzeitig Radweg.

Öffnungszeiten (April bis Oktober):
Sonntags von 15 bis 17 Uhr oder nach vorheriger Anmeldung unter 05672/777


Vorschlag 3: ‚Expedition Carlsbahn‘ (Radtour)

Als Abwechslung der Wege auf ‚Schusters Rappen‘ geht es nun mit dem auf den ‚Drahtesel‘ weiter. Es gibt nämlich auch auf diese Weise viel zu entdecken – insbesondere auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Bad Karlshafen und Hümme. Wie wäre es also, diese landschaftlich attraktive Strecke einmal mit dem Rad zu erkunden?

Relikte der Vergangenheit – Der Hinweg

Mittlerweile sind gut sechzig Jahre vergangen, dass die Carlsbahn im September 1966 ihre Personenbeförderung eingestellt hat. Doch gibt auf der ehemaligen Tasse noch viele Relikte aus vergangenen Eisenbahntagen zu entdecken. Diese Relikte zu suchen und zu finden, ist schon sehr interessant. Der Vorschlag für eine Tour ist nun folgender: Da die ehemalige Carlsbahntrasse heute zum überwiegenden Teil ein Radweg ist, müssen Sie sich nur auf ein Fahrrad setzen und losradeln. Startpunkt ist das Radsatz-Denkmal der Carlsbahn in Bad Karlshafen: Carlstraße, Ecke Weserstraße. Dort starten Sie eine Entdeckungsreise, die im achtzehn Kilometer entfernten Hümme endet.

Die für diese Tour notwenigen Informationen finden Sie als lohnenswerte Entdeckungstour auf die Internetseite Bahntrassenradwege, auf der die komplette Strecke ausführlich beschrieben ist. Sie beginnen Ihren Weg entlang der Trasse auf der Höhe der letzten Bebauung am Ortsausgang von Bad Karlshafen. Auf den folgenden Kilometern erwarten Sie alte Bahnhöfe, Haltestellen- und Bahnwärterhäuschen, Viadukte, Kilometersteine und ein mächtiger Tunnel. Die Internetseite zeigt üppig bebildert den Reichtum dieser wunderschönen Wegstrecke durch das Diemeltal, die man viel zu oft lediglich als Radweg von A nach B betrachtet hat.

Geradelter Urlaub – Der Rückweg

Haben Sie Ihr Ziel erreicht, den Bahnhof in Hümme, müssen Sie sich um den Rückweg kümmern. Sie und ihr Fahrrad können sich natürlich abholen lassen oder mit dem Bus von Hümme nach Bad Karlshafen fahren (bitte erkundigen Sie sich bitte beim Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV), wann die Busse fahren und ob sie auch ein oder mehrere Fahrräder mitnehmen können).

Schöner ist es jedoch, den Rückweg ebenfalls mit dem Rad zu bewältigen: Betrachten Sie doch den Rückweg als eine Art ‚geradelter Urlaub‘ – insbesondere das Teilstück zwischen Wülmersen und Helmarshausen wird Ihnen diesen Eindruck vermitteln. Vielleicht verschwenden Sie auch noch einen Gedanken an diejenigen, die bis vor gut sechzig Jahren als Fahrgäste der Carlsbahn keinen Sinn für die Schönheit der Natur aufbringen konnten, weil sie damals tagtäglich zur Arbeit oder in die Schule aufgebrochen sind. Sie als Radfahrer (oder auch ambitionierter Wanderer) haben da natürlich eine ganz andere Motivation – genießen Sie es!


Vorschlag 4: Rütli, Hermann-Löns-Platz, Hessenschanze, Wandererslust

Treffpunkt Hafenmauer – Marie-Durand-Schule  – Sonnenweg – Rotkäppchenweg – Zick-Zack-Weg – Dornröschenweg – Rütli – Schutzhütte Königsberg – Hermann-Löns-Platz – Hessenkanzel – Wandererslust – Rastplatz Brandenberg – Triftweg – Treffpunkt Hafenmauer

Heute gehen wir ‚Weg Nummer 4‘ des Wanderführers von Artur Meinhard jun: Geschichte der Landschaft und der Stadt Karlshafen mit Führer durch die Umgebung und Dampferfahrplan (24 Seiten, 2. Auflage, 1938). Vom Treffpunkt Hafenplatz geht es an der Marie-Durand-Schule vorbei in Richtung Sonnenweg. An der Kreuzung mit den Kunstwerken geht nach links ein Stück den Rotkäppchenweg entlang und steil den Zick-Zack-Weg hinauf auf den Dornröschenweg. Nach einigen Metern in Richtung Helmarshausen geht es links hinauf zum Rütli. An der Schutzhütte Königsberg kommt man auf den Diemelhöhenweg. Geht man diesen entlang, kommt man noch an drei Aussichtspunkten vorbei: Hermann-Löns-Platz, Hessenkanzel und Wandererslust (von denen leider nur noch die Hessenkanzel auffindbar ist). An der ehemaligen Schutzhütte Brandenberg geht es den Triftweg hinunter zum Ausgangspunkt.

Dauer: Circa 120 Minuten

Hinweise: Feste Schuhe erforderlich. Zum Teil schweres Gelände. Teilweise steile Anstiege.


Vorschlag 5: Kneipengang (Karlshafen, Kernstadt)

Treffpunkt Hafenmauer – Weserstraße – Friedrichstraße – Bergstraße – Hafenplatz – Conradistraße – Carlsstraße – Weserstraße – Treffpunkt Hafenmauer

Die Dichte an Gastwirtschaften, Kneipen, Cafés, Bars und Restaurants in Bad Karlshafens Kernstadt ist heute längst nicht mehr so groß, wie sie früher einmal war. Doch gibt es auch in diesen Tagen allerhand zu entdecken. Machen Sie also einmal „einen Zug durch die Gemeinde“ und überlegen Sie sich, wo sie das nächste Wochenende vielleicht einmal ein Eis essen, ein Bier trinken oder etwas leckeres essen wollen.

Anmerkung: Dieser Spaziergang bezieht sich nur auf die Kernstadt Karlshafens. Natürlich gibt es auch außerhalb dieses Areals und in Helmarshausen eine gute Bewirtung.

Vom Hafenplatz geht es in Richtung Weserstraße und vorbei am ‚Gasthof zum Landgraf Carl‘, der derzeit leider geschlossen ist. Bemerkenswert ist die Lokalität trotzdem, es handelt sich um das älteste Gebäude der Stadt. Es geht nach rechts in die Weserstraße und man sieht, nachdem man den Schleusenkanal überquert hat, das Restaurant Hotel ‚Zum Weserdampfsschiff‘. Geht man einige Meter weiter, findet man auf der gleichen Straßenseite die ‚Bäckerei Krome‘. Auf der anderen Straßenseite befinden sich nacheinander die ‚Schlemmerschleuse‘, ‚Ramos Grill‘, der ‚Eissalon Cortina‘ und der ‚Weser Garten‘. Weiter in dieser Richtung folgt nach ca. fünfzig Meter ‚Pizza City‘. Hier geht es über die Straße und in die Friedrichstraße. Es geht die Friedrichstraße in Richtung Ärztehaus und dort rechts in die Bergstraße. An deren Ende befindet sich links die ‚Pizzaria La Casa‘. Gleich daneben das ‚Weinhaus Römer‘, wo bei besonderen Anlässen (z. B. am Bildermarkt am 1. Mai) der Weinkeller geöffnet ist. Immer noch geradeaus folgt das Restaurant und Gastwirtschaft ‚Zum Fürstenkrug‘, kurz dahinter in der Conradistraße das ‚Hotel zum Schwan‘ mit seinem Café, Restaurant und der Schwanenbar. Die Conradestraße entlang stößt man auf die Carlstraße. Geht man die Carlstraße in Richtung Weserstraße, so kommt man am Hotel und Restaurant ‚Hessischer Hof“ vorbei. In der Weserstraße sieht man neben dem ehemaligen Hansa-Lichtspielhaus nun die ‚Pizzaria Lupo‘. Es geht wieder zum Hafenplatz, vorbei am Rathaus, wo sich das ‚Café am Hafen‘ befindet. Hier endet unsere Tour durch die Lokalitäten der Stadt. Immerhin 15 Möglichkeiten, gemütlich etwas Zeit in der schönen Kernstadt von Karlshafen zu verbringen.

Dauer: Circa 20 Minuten – wenn man irgendwo Platz nimmt natürlich entsprechend länger.

Hinweis: Leichter Weg.

Weitere Informationen: Bad-Karlshafen-Tourismus – Essen und Trinken in Bad Karlshafen und Helmarshausen


Dank

Herzlichen Dank an Herrn Christian Schäfer, Antiquariat Bernhard Schäfer, Bad Karlshafen, für die Einwilligung, an dieser Stelle die Touren des Buches ‚Lohnende Umwege‘ von Kupetz, Sigrid et al.vorstellen zu dürfen.


Quellen und zum Weiterlesen

Stadtgeschichte

Bohn, Robert (2000): 1699-1999 Karlshafen – Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Hessischen Planstadt aus der Barockzeit, Reihe ‚Beiträge zur Geschichte der Stadt Karlshafen und des Weser-Diemel-Gebiets‘, Band 11, Verlag des Antiquariats Bernhard Schäfer, Bad Karlshafen.

Lohnende Umwege

Kupetz, Sigrid et al.: Lohnende Umwege – 12 Reiserouten im Dreiländereck Nordhessen, Ostwestfalen und Südniedersachsen, 532 Seiten, 2002, Reihe: ‚Beiträge zur Geschichte der Stadt Bad Karlshafen und des Weser-Diemel-Gebiets‘, Band 13, Verlag des Antiquariats Bernhard Schäfer, Bad Karlshafen, ISBN: 3- 934800-01-7. Neupreis: 49,90 Euro – das Buch ist derzeit jedoch nur antiquarisch erhältlich.

Wanderkarten

Bad Karlshafen GmbH: Wanderkarte Bad Karlshafen, Maßstab 1:25000, kein Jahr, Publicpress Publikationsgesellschaft mbH, Geseke.

Kartographische Kommunale Verlagsgesellschaft (Hrsg.): Bad Karlshafen – Stadtplan mit Rad- und Wanderkarte, 3. Auflage, 2014, Maßstab 1:7500, Nordhausen.

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